Faszientraining

 

Was sind Faszien und warum sollte ich diese trainieren?

Bindegewebe (Faszien) verbindet, wie der Name bereits vermuten lässt, alle Gewebe im Körper miteinander.
Die Faszien wurden bisher immer als Füllmaterial des Körpers angesehen. Erst vor einigen Jahren wurden die Untersuchungsverfahren derart verfeinert, 
dass das Fasziensystem genauer untersucht werden konnte. Man fand heraus, dass das Fasziensystem mit Nichten  nur ein Füllmaterial ist, sondern große Bedeutung für den Körper hat.
Forscher erkannten, dass das Fasziensystem ein Flüssigkeitssystem ist, welches in seiner Funktion von den Flüssigkeitseigenschaften abhängig ist. In diesem System befinden sich aber 
auch sehr viele Nerven, die unter anderem für die Bewegungssteuerung und für Schmerzempfinden zuständig sind.

Wie kann ich erkennen, ob mein Fasziensystem beeinträchtigt ist?

  1. Ist das Abheben einer Hautfalte in ihrer Problemregion schmerzhaft?
  2. Ist die Haut bei Druck schmerzempfindlich?
  3. Haben Sie oft blaue Flecken und wissen nicht woher?

Dies sind Hinweise auf ein gestörtes Fasziensystem.

Was kann das Fasziensystem negativ beeinflussen?
Dieses Flüssigkeitssystem kann  durch Fehlernährung, Trauma (Verletzungen, Stöße, Unfälle, Operationen etc.), Entzündungen, Erschöpfung oder Stress aus dem Gleichgewicht kommen.

Was kann das für Folgen haben?

Ist die Grundsubstanz der Faszien überlastet, ist die Mikrozirkulation in dem betroffenen Bereich nicht mehr optimal. 

Hier kommt es dann zu verschiedensten Problemen:

Mikrozirkulationsstörungen im veno-lymphatischen System

Ist der venöse Rückfluss gestört, können die Schlackenstoffe nicht abtransportiert werden. Das Gewebe verschlackt zunehmend.
Durch den gestörten Rückfluss führen die Gewebe mehr venöses Blut und werden dicker, da sie sich wie ein Schwamm vollsaugen. 
Dadurch kommt es zu biomechanischen Problemen, da die dickeren Gewebe zum Teil durch festere Logen durchmüssen und ggf. einklemmen können oder gedrückt werden. 
Dies verursacht Bewegungseinschränkungen und Schmerzen.


Arterielle Zuflussstörungen

Ist der venöse Abfluss gestört, so ist der arterielle Zufluss ebenfalls behindert. Im Arteriensystem sind aber die Stoffe vorhanden, die Geweberegeneration machen, 
sowie Stoffe die entzündungshemmend wirken. Dies schränkt die Selbstheilung des Körpers stark ein.
Des Weiteren ist eine ggf. medikamentöse Behandlung schlechter, da sich durch diese Prozesse die Einschwämmrate der Medikamente verringert.

Druckempfindlichkeit der Gewebe

In der Grundsubstanz liegen zahlreiche Schmerzfasern, die durch die zunehmende Gewebeverschlackung sensibler werden. Durch das verschlackte Gewebe kann das Gewebe weniger nachgeben 
und überträgt den Reiz schneller an die Schmerzfasern. Hierdurch kommt es zu einer verstärkten Druckempfindlichkeit.

Faszienverklebung / -verfilzung

Fibrinogen (ein Blutgerinnungsfaktor) liegt in der Lymphe als gelöste Substanz vor. Ist nun der lymphatische Abfluss gestört, kann das Fibrinogen sich im Gewebe anreichern. 
Durch andere Stoffe wird das Fibrinogen zu Fibrin. Fibrin ist unser körpereigener Klebstoff. Die Fibringerinnung  verklebt die Faszienstrukturen intensiv miteinander.

Was kann ich für meine Faszien tun?

Neben einer gesunden Ernährung und Stressvermeidungsstrategien, können Sie ein spezielles Faszientraining durchführen.

Wie sieht solch ein Training aus?

Das Training besteht aus 4 Trainingssegmente

Laden und Entladen der Faszien

Hier werden bei verschiedenen Bewegungen die Faszien zunächst vorgedehnt, wir nennen es „geladen“, damit sie sich im Anschluss entladen können. 
Dies trainiert die dynamischen Eigenschaften der Faszien.

Faszien sind lautlos - Das "Ninja Prinzip"

Sind Hüpf- und Sprungbewegungen laut, dann sind vorwiegend die Muskeln aktiv. Sind die Bewegungen katzenartig und federnd (leise), ähnlich die eines Ninja Kämpfers, 
dann ist das Fasziensystem aktiv. Beobachten Sie eine Katze die aus dem Stand auf einen Tisch springt. Sie senkt zunächst ihren 
Körper ab, um das Fasziensystem vorzuspannen (zu laden), um dann hochzuschnellen und sich leise auf den Tisch zu katapultieren.

Dynamische Übungen

Es werden langsame, rhythmische Federungen durchgeführt. Nicht einzelne Muskeln sollen gedehnt werden, sondern ganze myofasziale Ketten (Muskel-Bindegewebsketten). 
Innerhalb der lang gedehnten Gelenkbereiche werden verschiedenste Winkelvariationen verwendet, wie z.B. seitliche, diagonale und 
spiralförmige Verdrehungen. Dadurch werden verschiedene myofasziale, global vernetzte Ketten beeinflusst.

Lösungstechniken

Fasziale Lösungstechniken sind Techniken, um die Durchfeuchtung der Gewebe wieder anzuregen und die Flüssigkeiten in den verfilzten Bindegewebsfasern wieder einströmen zu lassen. 
Dadurch kommen bestimmte Stoffe wieder in das defekte Gewebe zurück, um dies zu erneuern.
Bestimmte Geräte wie Schaumstoffrollen und Bälle ersetzen den Druck der Therapeutenhand und können ähnliche Wirkungen erzeugen wie eine manuelle Behandlung.
Sie lernen eine Auswahl an verschiedenen Übungen, die Sie später selbst daheim ausführen können. Durch die verschiedenen Kleingeräte werden Sie Therapeuten- unabhängig und 
können dann etwas für sich tun, wenn Sie Zeit dafür haben oder wenn es nötig ist.
Für die einzelnen Übungen reichen ein paar Minuten. Lerne Sie wie man die die Übungen variiert.  Falls Sie Sport treiben, integrieren Sie die Übungen in Ihren Sport.
 

 Hier erhalten Sie mehr Informationen über Fasziensport und den Faszien im allgemeinen

Strolling under the skin - Einzigartige Aufnahmen vom Dr. Guimberteau
Faszien Fitness - Ein Artikel von Dr. Robert Schleip und Divo Müller
Faszien und Übersäuerung
Faszien - Neuste Erkenntnisse der Faszienforschung
  

Preise

8 Trainingseinheiten á 50 Minuten  (Kleingruppe)          80,00 Euro
8 Trainingseinheiten á 50 Minuten (Einzeltraining)       400,00 Euro
 
Erfragen Sie jetzt den nächsten Kursbeginn unter 07264/807666 und melden sich gleich an.
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